Du stehst bei 68 Metern zur Fahne. Kein voller Schlag. Kein Chip. Irgendwo dazwischen.
Viele Golfer entscheiden jetzt nach Gefühl. Das ist grundsätzlich nicht falsch. Das Problem ist nur: Gefühl funktioniert erst richtig gut, wenn es eine Datenbasis hat.
Genau dafür ist eine Wedge Matrix da.
Mit einer Wedge Matrix weißt du, wie weit deine Wedges bei verschiedenen Schwunglängen tatsächlich fliegen. Nicht geschätzt. Nicht aus dem Bauch heraus. Sondern gemessen. Dadurch hast du auf dem Platz für viele typische Distanzen eine klare Lösung.
In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du dein Training mit einer Wedge Matrix und einem Launch Monitor gezielt verbessern kannst.
Was ist eine Wedge Matrix?
Eine Wedge Matrix ist eine einfache Übersicht deiner Carry-Distanzen mit den Wedges.
Eine Wedge Matrix ist ein Spickzettel. Die Wedge Matrix enthält die Carry Distanzen zu jedem deiner Wedges bei einem halben, dreiviertel und vollen Schwung.
Auf der Runde hilft dir dieser legale Spickzettel dein Spiel zu optimieren und deine Leistung zu verbessern. Denn so weißt du von jeder beliebigen Distanz im Annäherungsbereich, welchen Schläger und welchen Schwung du brauchst.
In unserem Test findest du besten Wedges!
In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du eine Wedge-Matrix erstellst und sie zur Verbesserung deines Spiels einsetzt.
So erstellst du dir deine Wedge Matrix
Du misst für jedes Wedge in deinem Bag mehrere kontrollierte Schwunglängen und notierst die durchschnittliche Flugweite. So entsteht ein persönlicher Spickzettel für deine Annäherungen.
Typisch sind drei Schwunglängen:
- Hüfthoch (halber Schwung)
- Dreiviertel-Schwung
- Kontrollierter voller Schwung

Wenn du drei oder vier Wedges im Bag hast, bekommst du dadurch schnell neun bis zwölf verlässliche Distanzen. Genau diese Distanzen brauchst du besonders häufig im Bereich zwischen etwa 40 und 100 Metern.
Idealerweise erfasst du deine Carry Distanzen bei diesen Pitches mit einem Launch Monitor wie dem Garmin Approach R10 oder dem Rapsodo MLM2Pro. Alternativ kannst du die Distanzen auch selber erfassen, dann wird es aber nicht so genau.
Wichtig: Es geht nicht darum, möglichst weit zu schlagen. Es geht darum, reproduzierbare Carry-Längen zu finden.
Die Wedge Matrix zeigt dir dann die Durchschnittswerte für jede Schlagart und jeden Schläger an. Die Übersicht hilft dir, Lücken in deinem Wedge Gapping zu finden und zu beheben, und stellt sicher, dass du das Grün aus jeder Entfernung findest.
Warum Gefühl allein nicht reicht
Gute Wedge-Spieler sprechen oft von Gefühl. Das klingt so, als würden sie ihre Annäherungen einfach intuitiv spielen.
In Wirklichkeit steckt dahinter meistens sehr viel Erfahrung. Sie haben bestimmte Schläge hunderte Male gespielt und wissen, wie weit der Ball mit einem bestimmten Schwung fliegt.
Bei vielen Amateuren ist das anders. Sie spielen einen 60-Meter-Schlag nach Gefühl, ohne wirklich zu wissen, welcher Schläger und welcher Schwung diese Distanz zuverlässig erzeugen.
Die Wedge Matrix macht dein Gefühl messbar.
Du entwickelst nicht weniger Gefühl. Du gibst deinem Gefühl nur eine Grundlage.
Die 20-Minuten-Version: So erstellst du schnell deine Wedge Matrix
Du brauchst dafür nicht zwingend eine lange Trainingseinheit. Für eine erste brauchbare Matrix reichen etwa 20 Minuten, wenn du strukturiert vorgehst.
Ideal ist ein Launch Monitor, weil du damit die Carry-Distanz misst. Genau diese Zahl ist entscheidend. Die Gesamtdistanz hängt zu stark von Boden, Spin, Grünhärte und Balllandung ab.
Schritt 1: Nimm alle Wedges mit
Nutze alle Wedges, die du auch auf dem Platz spielst. Meistens sind das:
- Pitching Wedge
- Gap Wedge
- Sand Wedge
- Lob Wedge
Falls du nur drei Wedges spielst, ist das völlig okay. Die Matrix muss zu deinem Bag passen.
Schritt 2: Nutze drei Schwunglängen
Arbeite mit drei einfachen Schwungbildern.
1. Hüfthoch (halber Schwung)
Der Schläger geht im Rückschwung ungefähr bis Hüfthöhe und im Durchschwung ähnlich weit. Dieser Schlag fühlt sich am Anfang oft sehr kurz an. Genau deshalb ist er wertvoll: Er gibt dir eine kontrollierte kurze Distanz.
2. Dreiviertel-Schwung
Der linke Arm geht ungefähr bis parallel zum Boden. Für viele Golfer ist das die wichtigste Wedge-Länge, aber auch die schwierigste. Deshalb lohnt es sich, diesen Schwung bewusst zu trainieren.
3. Kontrollierter voller Schwung
Das ist dein normaler voller Wedge-Schwung. Nicht maximal. Nicht hart. Sondern kontrolliert. Mit Wedges gewinnt fast immer Tempo gegen Kraft.
Schritt 3: Schlage pro Kombination drei bis fünf Bälle
Starte mit deinem höchsten Loft, also zum Beispiel dem Lob Wedge. Spiele dann jede Schwunglänge und notiere die Carry-Distanzen.
Schlage pro Feld mindestens drei gute Bälle. Wenn du mehr Zeit hast, sind fünf bis sieben Bälle pro Feld noch besser.
Komplette Fehlschläge streichst du. Also getoppte, fett getroffene oder völlig missratene Schläge. Perfekte Ausreißer solltest du aber ebenfalls nicht überbewerten. Deine Wedge Matrix soll deinen normalen Schlag abbilden, nicht deinen besten Schlag des Tages.
Schritt 4: Notiere den Durchschnitt
Berechne für jedes Feld die durchschnittliche Carry-Distanz.
Runde nicht künstlich auf schöne Zahlen. Wenn dein Sand Wedge im Dreiviertel-Schwung im Schnitt 67 Meter fliegt, dann sind es 67 Meter. Nicht 70.
Gerade diese ehrlichen Zahlen machen die Matrix wertvoll.
Beispiel: So kann eine Wedge Matrix aussehen
| Wedge | 1/2 Schwung | 3/4 Schwung | Voll |
|---|---|---|---|
| Pitching | 95 m | 105 m | 115 m |
| Gap | 85 m | 95 m | 105 m |
| Sand | 65 m | 75 m | 85 m |
| Lob | 45 m | 55 m | 65 m |
Das sind nur Beispielwerte. Deine eigenen Distanzen können deutlich anders aussehen. Entscheidend ist nicht, ob du ein Wedge weit schlägst. Entscheidend ist, ob du die Distanz wiederholen kannst.
Was du aus deiner Wedge Matrix lernst
Wenn du deine Werte notiert hast, sortierst du sie am besten von kurz nach lang. Dann erkennst du drei Dinge.
1. Lücken
Eine Lücke entsteht, wenn du für eine bestimmte Distanz keine klare Lösung hast.
Beispiel: Dein Lob Wedge geht 52 Meter, dein Sand Wedge aber erst 70 Meter. Dann fehlt dir ein sauberer Schlag für 60 Meter.
Genau solche Lücken kosten auf dem Platz Schläge.
2. Überschneidungen
Eine Überschneidung entsteht, wenn zwei Schläge fast gleich weit fliegen.
Beispiel: Dein volles Lob Wedge fliegt 68 Meter, dein halbes Sand Wedge ebenfalls 68 Meter.
Das ist nicht automatisch schlecht. Es kann sogar hilfreich sein, weil du je nach Fahnenposition, Wind oder Hindernis einen höheren oder flacheren Ball wählen kannst. Wenn du aber zu viele Überschneidungen hast, kann das auch auf ein Loft-Gapping-Problem oder zu große Tempounterschiede hindeuten.
3. Ausreißer
Manchmal passt eine Zahl nicht zum Rest.
Wenn dein Gap Wedge im Dreiviertel-Schwung nur minimal weiter fliegt als dein Sand Wedge, stimmt möglicherweise die Technik, der Loft-Abstand oder dein Tempo nicht. Genau solche Auffälligkeiten zeigen dir, woran du gezielt arbeiten solltest.
So nutzt du die Wedge Matrix auf dem Platz
Die Matrix bringt nur etwas, wenn du sie auch auf der Runde verwendest.
Du kannst sie zum Beispiel als Notiz im Handy speichern, auf eine kleine Karte drucken oder als Spickzettel ins Bag legen.
Auf dem Platz läuft es dann so:
Du misst die Distanz zur Fahne oder zur gewünschten Landezone. Danach suchst du in deiner Matrix den passenden Schläger und die passende Schwunglänge.
Beispiel: Du hast 64 Meter Carry zur Fahne. Deine Matrix sagt: Sand Wedge, halber Schwung. Dann musst du nicht mehr raten.
Das nimmt Druck aus dem Schlag. Du hast diesen Schlag vorher gemessen. Dein Körper kennt die Bewegung. Dein Gefühl hat eine Referenz.
Wichtiger Fehler: Nicht mit Gesamtdistanz arbeiten
Für die Wedge Matrix zählt zuerst die Carry-Distanz.
Die Gesamtdistanz kann stark schwanken. Auf weichen Grüns bleibt der Ball schnell liegen. Auf harten Sommergrüns rollt er deutlich weiter. Auch Spin, Ballmodell, Landewinkel und Untergrund spielen eine große Rolle.
Deshalb solltest du die Matrix nicht auf Basis von Roll-out bauen. Erst die Carry-Distanz gibt dir eine verlässliche Grundlage.
Wenn du später noch genauer werden willst, kannst du zusätzlich notieren, wie stark bestimmte Schläge typischerweise ausrollen. Für den Start reicht aber Carry.
Noch genauer: Ball, Höhe und Griffposition beachten
Wenn du deine Matrix wirklich sauber aufbauen willst, solltest du möglichst mit dem Ball trainieren, den du auch auf dem Platz spielst.
Range-Bälle können bei Wedge-Schlägen deutlich anders reagieren. Sie fliegen teilweise anders, spinnen anders und können deine Distanzen verfälschen.
Zusätzlich kannst du später Varianten ergänzen:
- Ball etwas weiter hinten für einen flacheren Flug
- Griff etwas kürzer für ein paar Meter weniger Carry
- gleicher Schläger mit niedrigerem Ballflug bei Wind
Für den Anfang brauchst du diese Varianten aber nicht. Erstelle zuerst deine Grundmatrix. Danach kannst du sie verfeinern.
Wie oft solltest du deine Wedge Matrix aktualisieren?
Aktualisiere deine Wedge Matrix mindestens ein- bis zweimal pro Saison.
Außerdem solltest du sie neu messen, wenn sich etwas Wesentliches verändert:
- neue Wedges
- anderer Golfball
- größere Technikänderung
- deutlich anderes Schwungtempo
- längere Trainingspause
Deine Distanzen sind nicht für immer fix. Sie verändern sich mit deinem Schwung, deinem Material und deinem Training.
Wenn es dir ernst damit ist, ein besserer Wedge-Spieler zu werden, solltest du eine Mischung aus Blockübungen und Zufallsübungen machen.
Fazit: Die Wedge Matrix macht dein Gefühl verlässlich
Eine Wedge Matrix ist kein kompliziertes Profi-System. Sie ist ein einfacher Weg, um aus typischen Wedge-Distanzen weniger Rätselraten zu machen.
Du brauchst nur deine Wedges, ein paar saubere Schläge und idealerweise einen Launch Monitor.
Danach weißt du deutlich besser, welcher Schläger und welcher Schwung zu welcher Distanz passt.
Und genau das ist der Punkt: Du spielst nicht weniger nach Gefühl. Du spielst mit besser kalibriertem Gefühl.
Mehr zum Thema Wedge Matrix
Buchtipp: The Short Game Bible von Dave Pelz – dies ist wohl das umfassendste Werk über das Wedge-Spiel, das je geschrieben wurde. Die Informationen sind auch heute noch aktuell, und sein Uhrensystem für das Wedge-Spiel kann für viele Golfer ein entscheidender Wendepunkt sein.
Außerdem ein hilfreiches Video von TXG zur Erstellung einer Wedge Matrix:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen



