Hast du dich schon mal gefragt, wie hoch deine Einlochwahrscheinlichkeit aus unterschiedlichen Distanzen wirklich ist? Genau dazu habe ich eine spannende Putting-Statistik zusammengestellt. Grundlage sind echte Daten von Putts der PGA-Tour-Profis und zum Vergleich auch Werte von Amateuren.
Eines ist klar: Gutes Putten macht den Unterschied zwischen soliden Runden und richtig guten Ergebnissen auf der Scorekarte. Aber wie gut putten die Profis eigentlich aus verschiedenen Entfernungen? Ab welcher Entfernung brauchen sie überwiegend zwei Putts? Und viel wichtiger: Wie sieht es bei uns Amateuren aus?
Die folgenden Zahlen vermitteln dir ein realistisches Bild davon, was auf dem Grün wirklich „gut” ist, und helfen dir, dein eigenes Putting besser einzuordnen.
Putting-Statistik der PGA Tour Profis
Dieses Diagramm finde ich sehr interessant. Das Diagramm zeigt (für PGA-Tour-Spieler) die Wahrscheinlichkeiten eines Ein-Putts und eines Drei-Putts aus verschiedenen Entfernungen.

Einlochwahrscheinlichkeit der PGA-Tour-Pros
| Entfernung (Meter) | 1-Putt | 3-Putt |
|---|---|---|
| 0,6 | 99 % | 0,0 % |
| 0,9 | 96 % | 0,1 % |
| 1,2 | 88 % | 0,3 % |
| 1,5 | 77 % | 0,4 % |
| 1,8 | 66 % | 0,4 % |
| 2,1 | 58 % | 0,5 % |
| 2,4 | 50 % | 0,6 % |
| 2,7 | 45 % | 0,7 % |
| 3,0 | 40 % | 0,7 % |
| 4,6 | 23 % | 1,3 % |
| 6,1 | 15 % | 2,2 % |
| 9,1 | 7 % | 5,0 % |
| 12,2 | 4 % | 10,0 % |
Was sagt uns diese Tabelle zur Einlochwahrscheinlichkeit der Tour-Spieler?
- Bis rund einem Meter Entfernung zum Loch machen Tour-Spieler eigentlich jeden Putt
- Bei 1,8 Metern sind bereits nur noch knapp zwei von drei Putt-Versuchen erfolgreich
- 2,4 Meter sind die magische Grenze: Ab hier fällt im Schnitt nur noch jeder zweite Putt ins Loch
- Tour-Spieler lochen aus 3 Meter Entfernung nur noch 40 % ihrer Putts mit dem ersten Versuch
- Bei etwa 6 Metern ist es nur noch eine Einlochwahrscheinlichkeit von 15 %
- Bei mehr als 12 Metern wird ein 1-Putt sehr unwahrscheinlich (4 %)
Weniger Drei-Putts? Unser großer Putter-Test zeigt dir, welches Modell dein Spiel wirklich verbessert.
Putting-Erfolgsquote von Amateuren nach Distanz und Handicap
Die Putting-Trefferquoten sind über alle Handicap-Klassen hinweg ziemlich solide. Natürlich gibt es Unterschiede, aber insgesamt putten viele Golfer deutlich besser, als sie selbst glauben.
Einlochwahrscheinlichkeit von Amateuren nach Handicap (HCP)
| Entfernung (Meter) | HCP 0 | HCP 5 | HCP 10 | HCP 15 | HCP 20 | HCP 25 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 bis 1,8 | 92,8 % | 90,2 % | 89,3 % | 84,4 % | 84 % | 82,5 % |
| 1,8 bis 3,6 | 42,8 % | 41,4 % | 38,1 % | 39,6 % | 37,8 % | 35 % |
| 3,6 bis 5,5 | 25,1 % | 23,9 % | 20,2 % | 20,2 % | 18,8 % | 16 % |
| 5,5 bis 7,3 | 14,5 % | 13 % | 10,3 % | 11,2 % | 11,8 % | 10,1 % |
| 7,3 bis 9,1 | 8,3 % | 10,1 % | 5,4 % | 7,8 % | 6,8 % | 6,3 % |
| ab 9,1 | 4,3 % | 4,3 % | 2,8 % | 3,2 % | 1,9 % | 2,3 % |
Die wichtigste Zone: 0 bis 1,8 Meter
In dieser kurzen Distanz entscheidet sich der Score. Und hier gilt ein klares Muster: Je niedriger das Handicap, desto höher die Quote.
- Scratch Golfer (Handicap 0) lochen rund 92,8 % aller Putts aus dieser Entfernung
- Auf der PGA Tour liegt die Quote bei knapp 96,7 %
Das ist extrem stark – vor allem, wenn man bedenkt, dass in dieser Zone auch viele zweite Putts gemacht werden.
Der Bereich 1,8 bis 3,6 Meter: Solides Niveau
Zwischen ca. 2 und 4 Metern wird der Unterschied deutlicher: Hier haben Golfer mit Handicap 0 klar die Nase vorn. Trotzdem liegen die meisten anderen Handicap-Klassen gar nicht so weit dahinter.
Das zeigt vor allem eins: Der typische Amateur puttet aus diesen Distanzen oft besser, als er selbst denkt.
7,3 bis 9,1 Meter: Hier wird’s interessant
In der Distanz von etwa 7 bis 9 Metern zeigen die Zahlen etwas Überraschendes: Golfer mit Handicap 5 haben hier mit rund 10,1 % die höchste Erfolgsquote aller Amateurklassen.
Zum Vergleich: Auf der PGA Tour lag die Quote aus ähnlicher Distanz zuletzt bei rund 12,4 %.
Heißt: Gute Amateure sind aus dieser Entfernung gar nicht so weit weg von den Profis.
Lange Putts über 9 Meter: Spiel besser auf 2 Putts
Ab dieser Entfernung gibt es zwischen den Handicap-Klassen kaum noch Unterschiede.
Kein Wunder: Aus dieser Distanz ist es schlicht extrem selten, konstant einzulochen – egal ob Scratch-Golfer oder Handicap 20.
Das Ziel sollte hier nicht sein: „Den muss ich lochen!“
Sondern: Sicherer Zwei-Putt.
Tempo vor Linie. Bring den Ball so nah ans Loch, dass der nächste Putt ein Tap-in wird. Alles andere ist Bonus.
DIYgolf Tipp: Falls du deine Golfrunden bisher noch nicht systematisch aufzeichnest oder auswertest, solltest du genau damit anfangen. Es gibt kaum einen einfacheren und effektiveren Weg, um wirklich zu verstehen, wo du Schläge verlierst und was du gezielt verbessern kannst. Ohne Messwerte bleibt vieles nur ein Bauchgefühl – mit Daten bekommst du klare Antworten.
Was dir die Putting-Wahrscheinlichkeiten für dein Spiel bringen
Wie du in den Tabellen siehst, schaffen es selbst die besten Spieler der Welt im Schnitt nicht, aus jeder Distanz zuverlässig mit einem einzigen Putt einzulochen.
Schon aus rund zweieinhalb Metern ist es selbst für Profis ein echtes 50:50-Spiel, ob der Ball mit einem oder erst mit zwei Putts fällt.
Setz deine Erwartungen also nicht unrealistisch hoch an!
Das Wichtigste, was du daraus mitnehmen solltest: Jeder Putt aus etwa einem Meter Entfernung sollte für dich klar das Ziel „Einlochen“ haben. Aus dieser Distanz lohnt es sich, konsequent anzugreifen! Denn genau hier werden auf Dauer die meisten Schläge gespart.
Fokussiere dich also auf diese drei Aspekte:
- Werde ein Meister bei Putts bis einem Meter
- Gib den Putts zwischen 1 und 2 Metern eine Chance eingelocht zu werden
- Spiele den Golfball von allen anderen Distanzen nur möglichst nah an das Loch
Wenn du deine Golfrunden bisher nicht aufzeichnest oder auswertest, tappst du im Dunkeln. Ohne Daten weißt du nicht:
- Aus welchen Distanzen du wirklich Probleme hast
- Wo du unnötig Schläge verlierst
- Welche Bereiche deines Puttens tatsächlich Training brauchen
Deshalb mein klarer Rat: Fang an, dein Spiel zu tracken.
Das ist der einfachste Weg, um herauszufinden, was du wirklich verbessern solltest. Statt nur nach Gefühl zu trainieren.
Kurze Putts trainierst du am besten mit dem Putting Circle Trainingsplan und lange Putts mit Phil Mickelsons Trainingsplan für die Putting-Distanzkontrolle ab 12 Metern.
