Shot Scope LM1 im Test: Lohnt sich der günstigste Launch Monitor auf dem Markt?

Datenpunkte: Schlägerkopfgeschwindigkeit, Ballgeschwindigkeit, Smash Factor, Carry und Total
Einfachheit: Farbdisplay, einfache Bedienung und keine laufenden Abo-Kosten
Preis: 239 €
Shot Scope LM1 im Test: Lohnt sich der günstigste Launch Monitor auf dem Markt?

Wenn du schon mal mit dem Gedanken gespielt hast, einen Launch Monitor zu kaufen, kennst du das Problem wahrscheinlich selbst: Sobald die Geräte vernünftige Daten liefern sollen, liegst du schnell bei 500 € oder mehr. Oft kommt dann noch ein Abo dazu. Shot Scope geht mit dem LM1 einen anderen Weg. Das Gerät kostet 239 €, kommt ohne laufende Abo-Gebühren aus und konzentriert sich auf die Messwerte, die auf der Range und beim Training wirklich zählen.

Ich hab den LM1 über getestet, auf der Driving Range, im Übungsnetz und direkt auf dem Platz. Genau da zeigt sich am Ende, ob so ein Gerät nur auf dem Papier gut aussieht oder ob es dir beim Training wirklich was bringt.

Lieferumfang und erster Eindruck

Shot Scope LM1 im Test: Lohnt sich der günstigste Launch Monitor auf dem Markt?

Der Lieferumfang ist angenehm unkompliziert. Im Karton liegen:

  • der LM1 Launch Monitor
  • eine stabile Tragetasche
  • ein USB-A-auf-USB-C-Kabel
  • ein Microfasertuch
  • eine Kurzanleitung
  • eine Schlägerloft-Tabelle

Die Tragetasche direkt mitzuliefern, gefällt mir. In dieser Preisklasse ist das nicht selbstverständlich.

Das Gerät selbst ist klein, leicht und schnell verstaut. Es passt locker in die Seitentasche vom Trolley oder ins Bag. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, fühlt sich aber ordentlich an. Für die Range bei Nieselregen oder feuchtem Wetter ist das relevant, weil Shot Scope den LM1 als regenfest angibt. Das Farbdisplay lässt sich gut ablesen. Nur bei harter Sonneneinstrahlung spiegelt es etwas. An der Seite sitzen vier Tasten für Ein, Aus und Navigation. Mehr brauchst du im Grunde auch nicht.

Einrichtung und Bedienung

Beim LM1 läuft das Setup erfreulich direkt ab. Einschalten, Schläger auswählen, Ball schlagen. Mehr ist es nicht. Vom Start bis zum ersten Messwert vergeht nicht mal eine Minute.

Shot Scope LM1 im Test: Lohnt sich der günstigste Launch Monitor auf dem Markt?

Das Gerät platzierst du etwa 1,5 Meter hinter dem Ball auf dem Boden und richtest es grob zur Ziellinie aus. Danach misst es per Doppler-Radar den Schlag. Ich hab es auf der Range, ins Netz und draußen auf dem Platz genutzt. In allen drei Situationen hat der LM1 sauber gearbeitet.

Praktisch ist auch, dass der LM1 keine seitlichen Schlagdaten (Side Angle) erfasst. Genau deshalb ist die Ausrichtung nicht so heikel wie bei komplexeren Launch-Monitoren wie dem Garmin R10. Hinlegen, ausrichten, schwingen, fertig. Das macht im Trainingsalltag echt was aus, vor allem wenn du nicht vor jedem Schlag erst am Gerät rumfummeln willst.

Was der Shot Scope LM1 misst

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Nach jedem Schlag zeigt dir der LM1 fünf Werte direkt auf dem Display:

  • Ballgeschwindigkeit
  • Schlägerkopfgeschwindigkeit
  • Smash Factor
  • Carry-Distanz
  • Gesamtdistanz

Genau diese Werte brauchst du als Amateur in vielen Fällen zuerst. Sie helfen dir dabei, dein Distanzgefühl (Carry & Total) zu schärfen, Treffmoment und Ballkontakt (über Smash Factor) besser einzuordnen und Unterschiede zwischen den Schlägern sauber zu sehen.

Im Test hab ich auf dem Platz mit einem Wedge auf eine Fahne gespielt, die laut Rangefinder 90 Meter entfernt war. Der Ball landete nah an der Fahne, der LM1 zeigte ebenfalls 90 Meter Carry an. Das war für mich einer dieser Momente, in denen man sofort Vertrauen in ein Gerät fasst. Nicht wegen irgendeiner Werbeaussage, sondern weil die Zahl einfach zum Schlagbild gepasst hat.

Dazu kommt: Der LM1 speichert bis zu 1.000 Schläge intern. Selbst wenn du mal ohne App trainierst, gehen die Daten also nicht verloren. Der Akku hält laut Hersteller rund fünf Stunden. In meinem Einsatz hat das für lange Range-Sessions locker gereicht.

Wie genau sind die Shot Scope LM1 Messwerte?

Nachfolgende findest du einen Datenvergleich von Werten des Shot Scope LM1 gegen ein teuren Profi Launch Monitor von Foresight. Der Vergleich ist natürlich nicht ganz fair, doch letztendlich brauchen wir von einem Launch Monitor egal welcher Preiskategorie genaue Daten.

Gap Wedge

Bei vollen Wedge-Schlägen wirkt der LM1 brauchbar, aber bei langsamen, niedrigeren Teilschlägen zeigt der LM1 klare Schwächen. Deshalb würde ich den LM1 bei Wedges eher für volle Schläge als für das feine Distanzspiel unter 70 Metern empfehlen. Chips/Pitches werden übrigens nur ab 20 Metern aufgezeichnet.

WedgeLM1Profi GerätAbweichung
Club Speed79,582,4-4 %
Ball Speed85,488,1-3 %
Carry (m)96,6101,5-5 %

Eisen 6

Bei normal getroffenen Eisen kann der LM1 ziemlich nah am Profi Launch Monitor liegen, gerade bei Carry und Ball Speed. Das Problem ist die Konstanz: Misshits wie wurden teils trotzdem als volle Distanz angezeigt, deshalb ist das Gerät für grobes Gapping okay, aber nicht für eine wirklich präzise Feinabstimmung deiner Eisendistanzen.

EisenLM1Profi GerätAbweichung
Club Speed8888,9-1 %
Ball Speed118,5118,30 %
Carry (m)159,9156,5+2 %

Fairwayholz 3

Beim Fairwayholz scheint der LM1 bei guten Treffern ordentlich zu funktionieren, hat aber Probleme bei starken Flugkurven oder schlecht getroffenen Schlägen.

Holz 3LM1Profi GerätAbweichung
Club Speed93,697,4-4 %
Ball Speed142,3141,6+1 %
Carry (m)211,4207,4+2 %

Der LM1 ist am stärksten bei normalen, soliden Treffern. Je mehr der Schlag von „standardmäßig sauber“ abweicht, also bei halben Schlägen, Misshits oder viel Flugkurve (Fade, Draw, etc), desto vorsichtiger solltest du die Zahlen interpretieren.

Speedtraining-Modus

Neben dem normalen Range-Modus und dem Platzmodus gibt es auch einen Speedtraining-Modus. Damit kannst du ohne Ball schwingen und trotzdem deine Schlägerkopfgeschwindigkeit messen.

Shot Scope LM1 im Test: Lohnt sich der günstigste Launch Monitor auf dem Markt?

Das ist vor allem dann spannend, wenn du an mehr Speed im Durchschwung arbeiten willst. Für reine Ballflugdaten brauchst du dabei keinen Ballkontakt. Du siehst direkt, ob du mit deinem Speed-Training wirklich schneller wirst oder ob du nur das Gefühl hast, schneller zu schwingen.

App-Anbindung

Der LM1 lässt sich mit der kostenlosen Shot Scope App koppeln. Darüber kannst du deine Sessiondaten später auswerten. Gut gefällt mir, dass die App keine Pflicht ist. Du kannst das Gerät komplett standalone nutzen und die Daten erst danach übertragen.

Shot Scope LM1 im Test: Lohnt sich der günstigste Launch Monitor auf dem Markt?

Genau das macht den LM1 angenehm alltagstauglich. Kein Zwang, vor jeder Session erst das Smartphone rauszuholen, kein nerviges Abo, keine künstliche Hürde vor dem ersten Ball.

Was fehlt

Der größte Verzicht ist klar: Spin-Daten gibt es nicht. Wenn du genau wissen willst, wie viel Spin dein Driver oder dein Wedge produziert, brauchst du ein teureres Gerät, wie dem Rapsodo MLM 2 Pro, FlightScope Mevo Gen2 oder Foresight GC3.

Für viele Golfer ist das aber verschmerzbar. Beim normalen Training willst du meistens vor allem drei Dinge wissen: Wie weit fliegt der Ball wirklich, wie schnell war der Schläger und wie gut war der Treffmoment. Genau dafür liefert der LM1 brauchbare Werte.

Ein kleiner Komfortpunkt ist mir im Test noch aufgefallen: Wenn du während der Session den Schläger wechselst, machst du das über die Tasten am Gerät. Eine Fernbedienung gibt es nicht. Das ist kein Drama, fällt aber auf, wenn du oft zwischen Eisen, Hybrid und Wedge hin und her wechselst.

Für wen sich der LM1 lohnt

Der LM1 passt aus meiner Sicht besonders gut zu dir, wenn du:

  • auf der Range endlich verlässliche Carry-Werte statt Bauchgefühl haben willst
  • zu Hause ins Netz schlägst und trotzdem Schlagdaten sehen möchtest
  • kein Abo zahlen willst
  • einen einfachen Einstieg in die Welt der Launch-Monitore suchst
  • beim Distanztraining mit Wedges, Eisen und Driver sauberere Abstände herausarbeiten willst

Weniger passend ist das Gerät für Spieler, die komplette Ballflugkurven, Spin-Achse, Seitenspin oder Simulator-Funktionen erwarten. Dafür ist der LM1 nicht gebaut.

Fazit

Der Shot Scope LM1 macht im Test genau das, was ich mir von einem günstigen Launch Monitor wünsche. Er ist leicht, schnell einsatzbereit und liefert direkt nach dem Schlag die Werte, mit denen du auf der Range wirklich arbeiten kannst. Kein Abo, kein unnötiger Schnickschnack, kein langes Setup.

Ich würde den LM1 jedem Golfer empfehlen, der seine echten Distanzen besser verstehen will und beim Training mehr Orientierung sucht. Wenn du Spin-Daten, detaillierte Ballflugdarstellung oder eine Simulator-Anbindung brauchst, musst du mehr Geld in die Hand nehmen. Wenn du aber einfach solide Zahlen zu Ballspeed, Schlägerkopfgeschwindigkeit, Smash Factor und Carry willst, ist der LM1 ein sehr stimmiges Paket.

Für 239 € ist das aus meiner Sicht ein Gerät, auf das viele Golfer schon länger gewartet haben.

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