Wenn du nur 60 Minuten Zeit hast, willst du im kurzen Spiel nicht einfach nur ein paar Chips runterspielen. Du willst gezielt trainieren. Genau dafür nutze ich diese strukturierte Einheit, die Technik, Gefühl und echte Spielsituationen kombiniert.
Der Aufbau der 60-Minuten-Session
Ich teile die Stunde immer in fünf klare Blöcke auf. So weiß ich genau, woran ich arbeite:
- 10 Minuten: Warm-up und Gefühl
- 10 Minuten: Distanzkontrolle mit dem Ladder Drill
- 10 Minuten: Flugkurven mit nur einem Wedge
- 15 Minuten: Schlägerwahl aus verschiedenen Lagen
- 15 Minuten: Par 18 Spiel unter Druck
Das Ganze baut logisch aufeinander auf. Erst Gefühl, dann Kontrolle, dann Anwendung.
1. Warm-up: Gefühl für Treffmoment und Boden
Am Anfang halte ich es bewusst locker. Kein Technikdenken, keine Schwunggedanken. Einfach ein paar kurze Chips zu unterschiedlichen Zielen.

Ich achte dabei auf:
- sauberen Ballkontakt
- wie der Ball vom Schlägerblatt startet
- wie die Sohle durch den Rasen gleitet
- kleine Unterschiede im Treffmoment
Das ist die Basis. Wenn sich der Kontakt nicht gut anfühlt, bringt dir der beste Drill danach nix.
2. Ladder Drill: Distanz unter Kontrolle bringen
Danach geht’s direkt in den Ladder Drill. Ein Klassiker, den ich selbst regelmäßig spiele.

Ich lege mir mit Alignment Sticks mehrere Zonen hintereinander aus und versuche, die Bälle gezielt in diese Bereiche zu chippen. Wichtig ist der Landing Spot, nicht das Loch.
Wichtig ist dabei, die Schwierigkeit an dein eigenes Niveau anzupassen:
- Besserer Spieler: engere Abstände zwischen den Zonen
- Weniger geübter Spieler: größere Abstände zwischen den Zonen
Was ich dabei merke: Sobald ich bewusst auf Landepunkte spiele, wird mein Längengefühl deutlich präziser. Der Ball rollt nicht mehr zufällig irgendwo hin, sondern geplant Richtung Fahne.
3. Ein Schläger für niedrige, mittlere und hohe Flugbahn
Jetzt wird’s spannend. Ich nehme nur ein Wedge, meistens mein 60°.

Mit genau diesem Schläger spiele ich:
- flache Chips mit viel Roll
- mittlere Flugbahnen
- hohe, weiche Schläge
Ich arbeite dabei hauptsächlich mit Ballposition und Schlagflächenstellung.
Arbeite dich bewusst durch die drei Höhen. Schlag nicht einfach zehn ähnliche Bälle hintereinander. Gib jedem Schlag eine klare Aufgabe:
- Dieser Ball soll flach starten und mehr rollen.
- Der nächste soll mittelhoch fliegen.
- Der dritte soll höher starten und weicher landen.
Das ist der Punkt, an dem dein Kurzspiel flexibel wird. Du bist nicht mehr auf einen Schlag festgelegt, sondern kannst Situationen lösen.
Warum ist das so wichtig? Weil du auf dem Platz nie genau weißt, welche Situation kommt. Vielleicht musst du den Ball flach unter dem Wind halten. Vielleicht brauchst du mehr Höhe, um schnell zu stoppen. Vielleicht ist die Standardflugbahn genau richtig. Wer nur eine Variante beherrscht, ist in vielen Situationen eingeschränkt.
Wenn du noch am passenden Setup tüftelst, lohnt sich auch ein Blick in den großen Wedge Test, da bekommst du ein gutes Gefühl dafür, welches Wedge zu deinem Spiel passt.
4. Schlägerwahl trainieren: Lob-Wedge, Gap-Wedge und Eisen 9 zum gleichen Ziel
Jetzt simuliere ich echte Situationen.

Ich nehme:
- 60° Lob Wedge
- 50° Gap Wedge
- 9er Eisen
Dann spiele ich alle drei Schläger auf dieselbe Fahne, aber aus unterschiedlichen Lagen:
- Fairway
- Vorgrün
- Rough
Die Aufgabe ist einfach: Finde heraus, wo der Ball mit jedem Schläger landen muss, damit er nah an die Fahne kommt.
Mit dem 60° Lob Wedge wird der Ball wahrscheinlich höher fliegen und kürzer ausrollen. Mit dem 9er Eisen eher flacher starten und deutlich mehr rollen. Das 50er Gap Wedge liegt irgendwo dazwischen. Aber wie sich das konkret verhält, hängt eben auch vom Lie ab. Aus dem Rough reagiert der Ball anders als vom Fairway. Und genau diese Unterschiede musst du kennenlernen.
Stell dir bei jedem Schlag Fragen wie:
- wo der Ball landen muss
- wie viel Roll ich bekomme
- wie verändert sich das aus dem Rough?
- welcher Schläger macht diese Aufgabe am einfachsten?
Dieser Teil der Einheit hilft dir enorm bei der Entscheidungsfindung auf dem Platz. Du trainierst nicht nur die Ausführung, sondern auch die richtige Schlägerwahl.
5. Par 18: Das Performance-Spiel fürs Short Game
Zum Abschluss kommt der wichtigste Teil, wenn du Fortschritt wirklich messen willst: ein Performance-Spiel unter Druck. Hierfür spielst du Par 18.

So funktioniert es:
- Lege neun Bälle rund um das Grün aus.
- Wähle unterschiedliche Lagen, zum Beispiel:
- im Bunker
- im Rough
- vom kurzgemähten Bereich
- Spiele jeden Ball aufs Grün.
- Loch anschließend aus.
- Zähle deinen Score nach neun Stationen zusammen.
Die Idee dahinter ist simpel: Wenn du jeden Ball up and down spielst, brauchst du pro Station zwei Schläge. Über neun Stationen ergibt das 18 Schläge. Daher der Name Par 18.
Das Spiel ist so gut, weil es Technik, Touch und Nerven kombiniert. Plötzlich zählt jeder Schlag. Es ist nicht mehr nur Training, sondern eine echte Aufgabe.
Der beste Weg, damit zu arbeiten, ist ganz einfach:
- Notiere dir deinen allerersten Score.
- Nutze ihn als Benchmark.
- Versuche jedes Mal, wenn du diese Einheit spielst, diesen Wert zu schlagen.
So bekommt dein Short-Game-Training einen roten Faden. Du arbeitest nicht mehr ohne Ziel, sondern kannst Fortschritt schwarz auf weiß erkennen.
Warum diese Einheit so gut funktioniert
Für mich deckt diese Stunde alles ab, was im Short Game zählt:
- Gefühl für Ballkontakt
- Kontrolle über Distanz und Roll
- verschiedene Flugkurven
- richtige Schlägerwahl
- Performance unter Druck
Du trainierst nicht isoliert, sondern genau so, wie du später auf dem Platz spielst.
Kompakt zusammengefasst
- 10 Minuten locker einchippen und Gefühl aufbauen
- 10 Minuten Ladder Drill für die Längenkontrolle
- 10 Minuten Flugkurven mit einem Wedge variieren
- 15 Minuten verschiedene Schläger aus realistischen Lies testen
- 15 Minuten Par 18 spielen und Score notieren
Wenn ich wenig Zeit hab, ist das genau meine Go-to-Session. Klar strukturiert, nah am Spiel und ohne unnötigen Schnickschnack. Mach nicht einfach nur mehr Schläge. Mach bessere Trainingseinheiten. Genau dann wird aus Üben auch Fortschritt.
Der perfekte 60 Minuten Short-Game Trainingsplan als Download
Lad dir den kompletten Trainingsplan als PDF runter und nimm die Einheit direkt mit auf die Range oder ans Übungsgrün. So hast du alle Drills, Abläufe und Ziele kompakt dabei und kannst deine Short-Game-Session strukturiert durchziehen.
Viel Spaß damit!
