Golfer fragen uns oft, wie oft sie die Schläger in ihren Bags austauschen sollten. Wie bei allem in der Welt der Golfausrüstung – vor allem bei Themen rund um Passform und Verbesserung – gibt es keine eindeutige Antwort: „Es kommt drauf an.“
Aber da „es kommt drauf an“ nicht besonders spannend zu lesen ist, wollen wir uns lieber mit den wichtigsten Fragen beschäftigen, die du dir stellen solltest:
Wie sehr hat sich die Technologie tatsächlich weiterentwickelt?
Wir leben in einer Zeit, in der die Schlägertechnologie mittlerweile langsamer voranschreitet. Es wird immer neue Materialien, Fertigungstechniken und natürlich Marketing-Schlagworte geben, aber die Zeiten von „10 METER MEHR!!!“ sind vorbei.
Das heißt nicht, dass es keine Hilfsmittel gibt. Der Slice, den du nicht in den Griff bekommst? Sicher, es gibt vielleicht einen Driver, der dir dabei hilft. Anti-Slice Driver wurden genau aus diesem Grund entwickelt. Aber die Performance-Sprünge in Sachen Geschwindigkeit, Weite und Fehlerverzeihung werden von Generation zu Generation immer geringer.
Evolution verläuft in Phasen. Es gab die Einführung von verstellbaren Gewichten, dann bewegliche Gewichte, dann Carbonkronen, dann KI-gestaltete Schlagflächen, und jetzt reden wir über Aerodynamik und „Closure Rates“, als wären wir alle Luft- und Raumfahrtingenieure. Die Frage ist nicht, ob sich die Ausrüstung verbessert – das tut sie (wenn auch langsam) –, sondern ob diese Verbesserungen für dein Spiel von Bedeutung sind.
Vor diesem Hintergrund solltest du dir folgende Fragen stellen:
Wie sehr hat sich mein Schwung verändert?
Es geht hier weniger um eine Revolution der Golfausrüstung als vielmehr um deine eigene Entwicklung. Vielleicht bist du besser geworden (Glückwunsch!), oder vielleicht bist du älter und langsamer geworden. So oder so, wenn sich dein Schwung verändert hat, hat sich möglicherweise auch dein Ausrüstungsbedarf verändert.
Daraus ergeben sich zwei weitere Fragen, die du dir stellen solltest:
- Wie gut passt meine aktuelle Ausrüstung zu mir?
- Brauche ich tatsächlich etwas anderes?
Wir sind Golfer. Es liegt in unserer Natur, den Golfschlägern die Schuld zu geben, obwohl das eigentliche Problem oft mangelndes Training und die Bereitschaft sind, Zeit zu investieren, um sich zu verbessern oder zumindest den aktuellen Schwungfehler zu beheben.
Allerdings kommt es manchmal vor, dass dein Schwung deiner Ausrüstung tatsächlich entwachsen ist.
Habe ich ein Gapping-Problem?
Manchmal können Schwungänderungen zu Gapping-Problemen führen. Vielleicht hast du an Geschwindigkeit verloren und schaffst es nicht mehr, den richtigen Abstand zwischen deinen 4er- und 5er-Eisen zu halten. Es lohnt sich, dein Gapping einmal im Jahr zu überprüfen, vor allem, wenn du deinen Schwung geändert hast oder das Gefühl hast, dass deine Distanzen nicht mehr stimmen.
Manchmal lässt sich das mit einer einfachen Loft-Anpassung beheben, aber manchmal brauchst du vielleicht etwas ganz anderes in deinem Bag.
Es lohnt sich auch, dein Gapping zu überprüfen, wenn du etwas Neues kaufst. Deine neuen Eisen sind 5 Meter länger. Cool, wie sieht jetzt der Abstand zwischen deinem kürzesten Fairwayholz (oder Hybrid) und deinem längsten Eisen aus? Wie sieht es mit deinem Pitching Wedge und dem Gap Wedge aus?
So lange halten Golfschläger
Nachfolgend findest du allgemeinen Empfehlungen, wie oft du deine Golfschläger ersetzen solltest.
Driver: Alle 3–5 Jahre

Ehrlich gesagt könnte man den Zeitraum wahrscheinlich noch etwas verlängern, aber wo bliebe dann der Spaß? Generell nimmt der Performancezuwachs mit jeder neuen Generation ab.
Die Zeiten, in denen große Golfmarken nur ein oder zwei Modelle angeboten haben, sind vorbei. Die Hersteller von Golfausrüstung haben längst erkannt, dass es keinen Driver gibt, der für alle geeignet ist, und mit zunehmendem Bewusstsein der Golfer haben die Hersteller ihr Portfolio diversifiziert.
Tatsache ist, dass man durch eine gute Anpassung eher spürbare Verbesserungen erzielt, weshalb die Hersteller ihr Angebot erweitern und jedes Produkt auf kleinere Marktsegmente zuschneiden.
Der Austausch deines Drivers wird dir wahrscheinlich keine nennenswerten Leistungssteigerungen bringen, es sei denn, du nimmst dir die Zeit für eine richtige Anpassung.
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Fairwayhölzer und Hybride: alle 5–6 Jahre

Auch das ist vielleicht etwas zu aggressiv. Fairwayhölzer und Hybride haben oft die gleiche Technologie wie Driver, aber die Entwicklung geht nicht annähernd so schnell.
Das heißt, sie schreitet im Schneckentempo voran.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass der älteste Golfschläger der Profis auf der Tour ein Fairwayholz oder ein Hybrid ist. Oft sind diese Schläger über 5 Jahre alt, und wir sprechen hier von Spielern, die uneingeschränkten Zugang zu absolut allem haben.
Die besten Fairwayhölzer findest du in unserem Test.
Die Hersteller werden dir sagen, dass sie Verbesserungen vorgenommen haben, und das haben sie auch, aber es ist schon lange her, dass es grundlegende Neuerungen in diesen beiden Kategorien gab. Es geht immer weniger um technische Fortschritte und immer mehr darum, klügere Entscheidungen in Bezug auf Lofts und Vielseitigkeit zu treffen.

Das sind die Bereiche im Bag, in denen du nichts ändern solltest, wenn das, was du bereits hast, noch funktioniert.
Wenn du das Bedürfnis hast, etwas zu ändern, solltest du vielleicht statt eines neuen 3er- und 5er-Holzes auf die Kombination aus 4er- und 7er-Holz umsteigen, die in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist.
Achte wie immer auf dein Gapping.
Verbessere dein Gapping mit einem passenden Hybrid.
Eisen: alle 5–6 Jahre

Der typische Austauschzyklus beträgt 4–5 Jahre, aber wenn keiner der oben genannten Faktoren (Neue Technologie, Abnutzung, Schwungveränderung) vorliegt, kannst du kaum mit einer echten Leistungssteigerung rechnen.
Die Kategorie „Players Distance“ war neu und aufregend, hat sich aber weitgehend stabilisiert.In Wirklichkeit kommen viele Verbesserungen durch die richtige Anpassung an den eigenen Schwung und nicht nur durch das neueste Modell. Manchmal ist die beste Technologie für dich bereits vor drei Generationen auf den Markt gekommen (und du kannst sie wahrscheinlich noch zu einem Bruchteil des ursprünglichen Preises neu kaufen).
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Wedges: alle 75–100 Runden

Dies sind die einzigen Golfschläger in deinem Bag, die sich in vorhersehbarer Weise abnutzen. Die Richtlinie von Vokey lautet: alle 75 Runden. Das gilt vor allem für deine Sand- und Lob-Wedges, die mehr Kontakt mit dem Rasen haben und durch den Sand stark abgenutzt werden.
Der Verschleiß ist real und unvermeidbar. Die Hersteller suchen zwar ständig nach Möglichkeiten, die Lebensdauer der Rillen zu verlängern, aber für begeisterte Golfer sind zwei Jahre angemessen.
Die meisten Golfer würden mehr davon profitieren, 600 Euro für neue Wedges auszugeben, als dasselbe Geld für einen neuen Driver auszugeben.
Fazit: In den meisten Fällen sollten deine Wedges die neuesten Schläger im Bag sein.
Hier findest du die besten Wedges für maximalen Spin.
Noch ein letzter Hinweis zu Wedges. Golfer sind Gewohnheitstiere, und das bedeutet, dass viele von uns aus Gewohnheit immer wieder die gleichen Wedges mit dem gleichen Loft kaufen. Seit wir denken können, waren 52, 56 und 60 Grad der Standard. Die Sache ist jedoch, dass sich die Lofts der Eisen geändert haben, und wenn du deine Wedge-Auswahl nicht entsprechend angepasst hast, hast du wahrscheinlich ein Gapping-Problem.
Für viele ist die Kombination aus 50, 55 und 60 Grad vielleicht sinnvoller, und für diejenigen unter uns, die mit einigen der stärksten Loft-Sets auf dem Markt spielen, könnte ein 48-Grad-Gap-Wedge (48, 54, 60) die richtige Wahl sein.
Putter: Niemals (fast nie)

Ironischerweise ist der Schläger, der am seltensten ersetzt werden muss, wahrscheinlich der, den Golfer am häufigsten austauschen.
Manchmal funktionieren Putter einfach nicht mehr, und mit der Weiterentwicklung der Groove- und Schlagflächentechnologie sowie Low-Torque-, Zero-Torque- oder alternativ gedrehten Designs, die derzeit voll im Trend liegen, gibt es viel Aufregung um den meiner Meinung nach immer noch uninteressantesten Golfschläger im Bag.
Ich würde sagen, dass die Verwendung von Blade-Putter in den letzten Jahren auf der Tour deutlich zurückgegangen ist. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass selbst die überzeugtesten Blade-Fans vielleicht etwas mehr fehlerverzeihendes in Betracht ziehen sollten.
Unser großer Putter-Test zeigt dir die besten Modelle aus den Kategorien Blade, Mallet und Zero-Torque.
Ich würde immer eine individuelles Fitting empfehlen, aber wenn dein Putter funktioniert, ist er wohl der einzige Schläger in deinem Bag, der ein Leben lang halten kann.