Wedges und Eisen im Winter trainieren

Wedges und Eisen im Winter trainieren

Der Winter ist für mich jedes Jahr die Phase, in der ich mein Scoring-Fundament lege. Wedges und Eisen entscheiden darüber, wie oft du dir echte Birdie-Chancen gibst und wie entspannt du Pars rettest. Genau hier lassen viele Golfer was liegen. Im Sommer fehlt oft die Ruhe, im Winter kannst du strukturiert trainieren, messen und sauber lernen.

Mein Ziel für diese Phase ist klar: bessere Distanzkontrolle, kleinere Streuung und ein reproduzierbarer Schlag für die Saison 2026.

Warum Wedges und Eisen dein Winter-Fokus sein sollten

Wedges und Eisen sind Präzisionswerkzeuge. Kleine Abweichungen im Treffmoment oder Tempo schlagen sofort auf das Ergebnis durch.

Typische Baustellen, die ich immer wieder sehe:

  • große Längenschwankungen bei identischem Schwung
  • keine klaren Standard-Distanzen pro Schläger
  • Push- oder Pull-Tendenzen unter Druck
  • unsicheres Gefühl zwischen 50 und 100 Metern

Der Winter ist ideal, um genau daran zu arbeiten. Indoor, ohne Platzstress, mit klaren Zielen und Wiederholbarkeit.

Bevor du einfach Bälle schlägst, sollten drei Dinge stehen:

  • Messbarkeit. Ich verlasse mich nicht nur auf Gefühl. Zielzonen, Streukreise oder Launch-Monitor-Daten zeigen dir schwarz auf weiß, was wirklich passiert.
  • Variabilität. Zehn gleiche Schläge hintereinander sehen gut aus, bringen aber wenig Transfer auf den Platz. Unterschiedliche Aufgaben machen dich stabiler.
  • Challenge statt Komfort. Training darf fordern. Genau dort entsteht Fortschritt, der auch unter Druck abrufbar bleibt.

Diese Prinzipien lehnen sich an moderne Lernmodelle wie das Challenge Point Framework an und haben sich über Jahre bewährt.

1. Wedge-Matrix erstellen (Wedge Book)

Ziel: Du kennst die Carry-Distanzen für jedes deiner Wedges für unterschiedliche Ausholbewegungen.

Was ist eine Wedge Matrix?
  • Alle Wedges auswählen (auch Pitching Wedge)
  • Definiere für dich drei bis vier Ausholbewegungen. Bei mir sind das etwa:
    • Viertel Schwung: Wedge Schaft ist parallel zum Boden
    • Halber Schwung: Mein linker Arm (als Rechtshänder) ist parallel zum Boden
    • Dreiviertel Schwung: Liegt zwischem halben und vollem Schwung
    • Voller Schwung: Mache ich nur bei Gap Wedge und Pitching Wedge
  • Schlage mit jeden Wedge 10 Bälle pro Ausholbewegung
  • Ermittle die durchschnittlichen Carry-Schlaglängen für jede Kombinaton
  • Mehr Tipps dazu findest du in unserem Beitrag Wie du mit einer Wedge Matrix dein Spiel verbesserst
  • Die Übersicht hilft dir, Lücken in deinem Wedge Gapping zu finden und zu beheben und stellt sicher, dass du das Grün aus jeder Entfernung triffst – oder zumindest den richtigen Schläger wählst

2. Wedge-Distanzen kalibrieren

Wedge Loft Gapping

Ziel: Triff verlässlicher typische Distanzen zum Grün. Verwende dazu deine Wedge Matrix.

  • Setze dir abwechselnd Zielzonen von typischen Entfernungen zum Grün. Häufig genutzte Distanzen sind:
    • 50, 70 und 90 Meter
    • 30, 60 und 90 Meter
  • je 5 Bälle pro Distanz schlagen
  • Treffer zählen nur innerhalb der Zone
  • Verwende einen Launch Monitor, um auch wirklich verlässliche Werte zu erhalten und deine Schlaglängen zu dokumentieren

Ich notiere mir Durchschnittsdistanz und Streuung. Nach dieser Übung weiß ich schnell, welche Distanz mir mit welchem Schläger und Schwungtyp besser liegt (z. B. halbes Gap Wedge anstelle Dreiviertel Sand Wedge für die gleiche Distanz).

3. Random-Distance-Übung

Ziel: mehr Platznähe

  • Schreibe dir 6 unterschiedliche Distanzen auf einzelne Zettel und falte sie einmal
  • Zieh vor jedem Schlag eine Distanz
  • Miss die Distanz auf der Range mit einem Rangefinder und finde ein Ziel (z. B. Fahne, Schild, etc.)
  • Schlägerwahl und Pre-Shot-Routine jedes Mal neu (auch Wind,Temperatur und Tagesform in Entscheidung einbeziehen)

So verhinderst du Autopilot und schulst Entscheidungen wie auf der Runde. Diese Übung ist perfekt für dich, wenn du sonst dazu tendiert 20 Bälle hintereinander mit dem Eisen 7 zu schlagen.

4. Korridor Übung mit Eisen

Driver Golf Skills Test auf der Driving Range

Ziel: seitliche Streuung reduzieren

  • Zielbereich zwischen 120 und 160 Metern simulieren
  • links und rechts klare Grenzen setzen (je nach Spielstärke oder Bahnbreiten auf deinem Heimatplatz)
  • 10 Bälle mit einem Eisen
  • Treffer im Fenster zählen

Der Fokus liegt auf Startlinie und Schlagflächenkontrolle, nicht nur auf Länge. Hier ein Tipp: Messe mit Google Maps die Breite des Fairways bei typischen Schlägen, bei denen du oft im Rough landest oder das Grün verfehlst und nutze diese Breite für den Schläger als Grenze.

5. Eisen-Flugkontrolle

Ziel: Ballflug kontrollieren

  • je 5 Bälle flach, normal und hoch
  • gleiche Zieldistanz
  • Fokus auf Ballstart (Launch Angle) und Flughöhe

Gerade bei Wind (flacher Ballflug) oder harten Grüns (hoher Ballflug) zahlt sich das später aus.

Equipment als Performance-Hebel

Sauberes Training braucht passendes Werkzeug. Im Winter merkst du schnell, ob Loft-Abstände, Spin und Fehlertoleranz wirklich zu deinem Spiel passen. Gerade bei Wedges entscheidet das über Distanzkontrolle und Streuung.

Wenn du dir unsicher bist, lohnt sich ein Blick in den großen Wedge Test auf DIYgolf. Dort siehst du, welche Modelle bei Distanz und Spin konstant bleiben und wo Unterschiede wirklich messbar sind.

Was sich nach dem Wintertraining verändert

Nach ein paar strukturierten Winterwochen passiert meist Folgendes:

  • du kennst jede Wedge-Distanz ohne Rätselraten
  • du triffst Eisen häufiger aus der Mitte
  • deine Streuung wird messbar kleiner
  • Annäherungen fühlen sich deutlich entspannter an

Am Ende geht es nicht um schöne Trainingsdaten, sondern um bessere Scores, wenn es zählt. Genau dafür lohnt sich die Arbeit im Winter.

Das war Beitrag 4 der Serie Fit durch den Winter – dein Vorsprung für die nächste Saison.

Der DIYgolf-Newsletter für bessere Scores
Neue Artikel, Produkttests und Trainingsideen – direkt in dein Postfach.
Jetzt zum DIYgolf-Newsletter anmelden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen