Am 9. April geht es wieder los. Augusta National öffnet zum 90. Mal seine Tore, und der Golfkalender dreht sich wieder um diesen einen Moment: das Green Jacket.
Diese Mischung aus Tradition, Druck und landschaftlicher Schönheit ist einzigartig. Die Magnolien blühen, Amen Corner wartet und irgendwo auf dem Platz entscheidet sich im Laufe des Sonntags, wer sich in die Geschichte einschreibt.
Der amtierende Champion ist Rory McIlroy. Sein Sieg 2025 war lange überfällig und gilt als einer der bewegendsten Momente der jüngeren Golfgeschichte. Mit dem Green Jacket vervollständigte er seinen Career Grand Slam, den einzigen der vier Major-Titel, der noch in seiner Vitrine fehlte. Jetzt kommt er als Titelverteidiger zurück. Die Frage ist: Kann er seinen Triumph wiederholen?
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Mehr InformationenWas die Daten sagen
Elf der letzten 13 Masters-Sieger hatten in den drei Monaten vor dem Turnier einen Strokes Gained Wert von +1,7 Tee to Green. Normalerweise erreichen nur fünf bis sieben Spieler diesen Wert. Dieses Jahr sind es zehn!
| Spieler | SG Tee-to-Green) |
|---|---|
| Collin Morikawa | +2,18 |
| Matt Fitzpatrick | +2,14 |
| Si Woo Kim | +2,13 |
| Jon Rahm | +2,03 |
| Rory McIlroy | +1,99 |
| Scottie Scheffler | +1,86 |
| Cameron Young | +1,79 |
| Ludvig Åberg | +1,77 |
| Min Woo Lee | +1,70 |
| Chris Gotterup | +1,70 |
Das Teilnehmerfeld ist 2026 stark besetzt. Von dem Weltranglistenersten bis zu heißen Außenseiter-Kandidaten ist alles dabei. Ich habe mir die Wettquoten, die aktuellen Formkurven und die Augusta-Statistiken genau angeschaut und verrate dir, auf wen du diese Woche besonders achten solltest.
Diese Golfer haben die besten Chancen
1. Scottie Scheffler
Scottie Scheffler ist die Nummer 1 der Welt und zweifacher Masters-Champion (2022 und 2024). Allein schon deshalb solltest du ihn immer auf der Liste haben. Dennoch lief es zuletzt nicht reibungslos: Nach einem Sieg zum Saisonauftakt und zwei weiteren Top-5-Platzierungen ließ er in den vergangenen Starts nach, landete außerhalb der Top 10 und hat dann seinen Start beim Houston Open Turnier zurückgezogen (wegen der Geburt seines zweiten Kindes).
Er geht also ohne frisches Turnierspiel ins Masters. Sein Scoring-Schnitt über alle Augusta-Runden liegt bei 70,33, einer der besten im Feld. Wenn er seinen Eisenspiel wieder in den Griff bekommt, was bei ihm erfahrungsgemäß von Woche zu Woche passieren kann, ist er wieder vorn dabei.
2. Bryson DeChambeau
Bryson hat sich in den letzten zwei Jahren in Augusta National neu erfunden. Die Zeiten, in denen er den Platz als „Par 67″ bezeichnete und danach im Mittelfeld verschwand, sind Geschichte. Zuletzt belegte er bei den beiden vorangegangenen Masters die Plätze 6 und 5, seine bisher besten Ergebnisse am Platz.
Und er kommt 2026 mit einer Menge Rückenwind: zwei LIV-Siege in Folge, in Singapur und Südafrika. Er führt die LIV-Statistik bei gelochten Eagles an, liegt unter den Top 3 bei Greens in Regulation und trifft die Grüns derzeit so verlässlich wie kaum ein anderer.
Wer Augusta kennt, weiß: Wer die Annäherungsschläge kontrolliert, ist immer gefährlich. Wenn er mit dem Druck dieses Jahr besser klarkommt, könnte Bryson ein Top-Favorit diese Woche sein.
3. Rory McIlroy
Als Titelverteidiger steht er natürlich im Mittelpunkt. Und sein langes Spiel macht weiterhin Eindruck: Strokes Gained vom Abschlag und Tee-to-Green gehören zu seinen Top-5-Werten auf der Tour. Das Problem liegt woanders.
Rorys Putting hat in dieser Saison klar nachgelassen, er liegt dort außerhalb der Top 100. Dazu kommt eine Rückenproblematik, die seinen Vorbereitungsplan durcheinandergebracht hat.
Beim Players Championship lief es zuletzt gar nicht gut, Platz 46. Trotzdem: Acht Top-10-Platzierungen in den letzten 12 Augusta-Starts sprechen für sich. Ich würde ihn nicht abschreiben.
4. Xander Schauffele
Fünf Top-10-Ergebnisse in seinen letzten sieben Augusta-Starts, darunter drei in Folge. Schauffele hat den Platz im Blut. Und er kommt mit frischem Schwung aus dem Players Championship, wo er Dritter wurde.
Das Einzige, was ihm zuletzt Sorgen macht, ist das Putting, derzeit nur Platz 53 bei Strokes Gained Putting. Wenn die Arbeit auf den Grüns in dieser Woche passt, ist er ein sehr ernsthafter Anwärter auf das Green Jacket.
5. Jon Rahm
Der Spanier hat Augusta 2023 gewonnen und erhält seitdem die Einladung ins Champions Dinner. In Hongkong brach er kürzlich eine 18-monatige Sieglos-Phase auf der LIV-Tour, was die Frage aufwirft, ob er sein bestes Golf wieder gefunden hat.
Beim Blick auf die LIV-Statistiken dieser Saison sieht es gar nicht schlecht aus: Er führt bei Birdies, liegt in den Top 10 bei Eagles und seine Greens-in-Regulation-Rate ist eine der besten im Feld. Auf der anderen Seite war sein 2023er-Sieg das letzte Mal, dass er an einem Major-Sonntag wirklich im Rennen lag. Das Vertrauen kehrt aber zurück.
Außenseiter mit Potenzial: Ludvig Åberg und Cameron Young
Ludvig Åberg verpasste den Titel 2025 denkbar knapp. Er weiß, wie Augusta in der Schlussrunde funktioniert und er hat das Spiel, um erneut oben mitzuspielen. Einziger Dämpfer: Beim Players Championship spielte er 64 Löcher lang überragend und brach dann auf den letzten acht Löchern komplett ein. Wie er mit diesem Erlebnis umgeht, wird interessant zu beobachten sein.
Cameron Young wiederum gewann kürzlich den Players Championship und bringt Schwung aus einem großen Turniersieg mit. Bei Augusta ist er noch kein Stammgast in der Spitzengruppe, aber nach einem solchen Sieg fährt man mit einem anderen Gefühl ans erste Tee.
Die wichtigsten Stärken für Augusta National
Wer sich fragt, welche Fähigkeiten auf dem Augusta National-Platz am meisten zählen, hier meine Einschätzung nach allem, was ich über den Platz weiß:
- Präzise Annäherungsschläge mit den mittleren und langen Eisen (besonders auf den Löchern 2, 11, 12, 15)
- Solides Putting auf schnellen Grüns mit starken Slopes
- Weite und Kontrolle vom Abschlag (die Par-5-Löcher bieten Birdie-Chancen, aber das Rough ist brutal)
- Stressresistenz auf den letzten 9 Löchern, besonders rund um Amen Corner (Bahn 11 bis 13)
- Fehlerverzeihung beim Kurzspiel, denn Augusta bestraft schlechte Wedge-Schläge konsequent
Wenn du dein eigenes Spiel verbessern willst und mehr über die Technik hinter präzisen Eisenschlägen erfahren möchtest, schaue dir unseren Eisen-Test an. Dort testen wir, welche aktuellen Modelle Distanz und Fehlerverzeihung am besten verbinden.
Wo kann ich das Masters 2026 in Deutschland schauen?
Das Masters wird in Deutschland live auf Sky Sport übertragen. Wer kein Sky-Abonnement hat, kann über den WowTV-Tagespass zugreifen.
Kostenfrei kannst du alle Schläge aller Spieler auf der Masters-Website und der eigenen App verfolgen.
Die ersten zwei Runden (Donnerstag und Freitag, 9. und 10. April) beginnen aufgrund der Zeitverschiebung von 6 Stunden am frühen Nachmittag unserer Zeit.
Die entscheidenden Schlussrunden am Wochenende laufen abends, was es deutschen Golffans deutlich leichter macht, live dabei zu sein.
Wer auf Zusammenfassungen setzen will: Das Erste und Sport1 zeigen gelegentlich Highlights, aber für alle vier Runden in voller Länge führt kein Weg an Sky vorbei.
Augusta, grünes Jacket, Sonntagsdruck. In knapp zwei Wochen wissen wir mehr. Ich freue mich drauf!




