Egal, ob du gerade erst so richtig ins Training einsteigst oder schon länger am Schwung feilst: Wenn du wirklich wissen willst, was du da eigentlich machst – film dich. Klingt erstmal komisch, hilft aber enorm.
Denn was sich „ganz okay“ anfühlt, sieht auf Video manchmal ziemlich… na ja, ausbaufähig aus. Umgekehrt merkst du vielleicht, dass dein „komischer“ Schwung gar nicht so übel ist. Video lügt nicht – und genau deshalb ist es so wertvoll.
Warum den Golfschlag filmen? Ganz einfach: Du siehst, was wirklich passiert
Wenn du mit einem Trainer arbeitest, spart es euch beiden Zeit. Du musst dir nicht fünfmal anhören, was du falsch machst – er zeigt es dir einfach. Bild für Bild. Und wenn du allein trainierst, bekommst du direkt Feedback: Ist die Schwungebene sauber? Stehst du gut? Wohin zeigt eigentlich dein Schlägerblatt?
Außerdem: Du kannst Fortschritte festhalten, deine Bewegung mit der von Pros vergleichen oder ein Video deinem Coach schicken – egal wo der gerade ist.
Moderne Apps, die dafür ausgelegt sind, den Golfschwung zu filmen, machen das Ganze noch einfacher: Zeitlupe, Kommentare, zwei Schwünge nebeneinander – alles drin. Funktioniert super.
Was du brauchst – kein High-End-Zeug
Um deinen Schwung sauber aufzunehmen, brauchst du echt nicht viel:
- Ein halbwegs aktuelles Smartphone (iPhone 12 oder neuer reicht locker. Wichtig sind Slow-Motion-Aufnahmen)
- Einen Ständer oder Stativ, damit das Bild nicht wackelt (Hier habe ich einen Preistipp für dich und eine High-End-Lösung)
- Zwei Ausrichtungssticks (oder zwei Schläger), um die Linie zu markieren
- Optional: Golfschwung App (z. B. OnForm, V1 Golf, Swing Profile, GolfFix, Sportsbox AI)
So stellst du die Kamera richtig auf
Down-the-Line (hinter dem Spieler)

- Stell die Kamera 3 bis 3,5 m hinter dich, in Hüft- bis Brusthöhe
- Kamera zeigt auf die Mitte deines Körpers – nicht auf die Füße oder den Ball
- Wichtig: Schlägerkopf soll beim Schwung immer im Bild bleiben
- Nimm ein Stativ oder iRange Stick, sonst wird’s unruhig
Tipp: Ein Ausrichtungsstick am Boden hilft, die Ziellinie zu zeigen. Ein zweiter quer dazu zeigt, ob deine Füße parallel stehen.
Face On (Frontalaufnahme von vorn)

- Wieder: 3 bis 3,5 m Abstand, Kamera auf Brusthöhe
- Linse steht rechtwinklig zur Ziellinie und zeigt auf deinen Körpermittelpunkt
- Hier siehst du super, wie du das Gewicht verlagerst, ob du drehst oder nur kippst, wie stabil du stehst usw.
Für beste Ergebnisse – ein paar Tipps
- Allein filmen? Das Preistipp-Stativ hat einen Bluetooth-Auslöser. Einmal kurz in der Hostentasche gedrückt, und schon kanns losgehen.
- Mehrere Schwünge aufnehmen – 3–5 reichen schon. Du erkennst schneller Muster.
- Licht beachten: Am besten draußen, Sonne hinter der Kamera. Keine dunklen Schatten, keine Unordnung im Hintergrund.
- Drinnen filmen? Dann spiel mit den Belichtungseinstellungen.
Was solltest du dir im Video anschauen?
Hier ein paar Punkte, auf die ich immer achte – egal ob alleine oder mit Coach:
- Rückschwung: Ist der Schläger auf Höhe parallel zum Boden? Passt die Ebene?
- Schlägerblatt: Offen, zu oder neutral?
- Gewichtsverlagerung: Gehst du schön auf den vorderen Fuß oder bleibst du hinten hängen?
- Finish: Kommst du sauber raus oder kippelst du rum?
Video fertig – und dann?
Jetzt kannst du die Aufnahme entweder selber analysieren oder teilen. Mit deinem Trainer, deinem Golf-Kumpel oder in deiner WhatsApp-Gruppe. Du kannst auch vergleichen: deinen aktuellen Schwung mit dem von letzter Woche. Oder mit dem von einem Profi.
Geheimtipp #1: Wenn du gerade super zufrieden mit deinem Schwung bist, dann filme ihn unbedingt und speichere das Video für später! Wenn es einmal nicht läuft, filme auch diesen Schwung und vergleiche beide Schwünge in einer der oben genannten Apps. Spiele beide Aufnahmen gleichzeitig & parallel nebeneinander ab. So findest du schnell heraus, woran es liegt, wenn es nicht läuft.
Geheimtipp #2: Das Maximum holst du heraus, wenn du zusätzlich zur Videoaufnahme deine Schläger- und Balldaten von einem Launch Monitor tracken lässt. Videos in Kombination von Zahlen lügen nicht. Nur so hast du Gewissheit, was bei deinem Golfschwung wirklich passiert und kannst effektiv daran arbeiten, dich zu verbessern!
Fazit: Einfach mal machen!
Du brauchst keine professionelles Videosetup und auch keine 3.000 €-Kamera. Nur dein Handy, ein Stativ, eine App und ein bisschen Neugier.
Wenn du einmal siehst, was du da eigentlich tust, wirst du nie wieder ohne Video trainieren wollen.




