Viele Golfer hören Begriffe wie Course Rating und Slope, wissen aber nicht genau, was dahinter steckt. Hier erfährst du einfach und verständlich, wie diese Bewertungen entstehen.
Course Rating vs. Slope – Was ist der Unterschied?
Course Rating
Das Course Rating gibt an, welchen Score ein Scratch-Golfer (also ein sehr guter Spieler mit Handicap 0) auf diesem Platz unter normalen Bedingungen erzielen sollte. Ein Platz mit durchschnittlicher Schwierigkeit hat meist ein Rating von 72,0.
Slope
Der Slope-Wert zeigt, wie viel schwieriger der Platz für einen Bogey-Golfer (Handicap ca. 20) im Vergleich zu einem Scratch-Golfer ist. Je größer der Unterschied, desto höher der Slope. Ein höherer Slope bedeutet also: Für gute Hobbygolfer ist der Platz deutlich anspruchsvoller.
Wer vergibt diese Bewertungen?
Die USGA (United States Golf Association) hat ein festes System entwickelt.
Die eigentliche Arbeit machen regionale Golfverbände mit speziell geschulten Freiwilligen.
- Ein Platz wird etwa alle 10 Jahre neu bewertet – oder nach größeren Umbauten.
- Ein Team aus 3–4 Ratern misst den Platz aus und sammelt Daten.
- Diese Daten werden in eine Datenbank übertragen.
- Die eigentliche Berechnung erfolgt standardisiert durch Software, ohne subjektive Einschätzung.
Welche Faktoren beeinflussen Course Rating und Slope?
1. Distanz (wichtigster Faktor!)
Die Länge des Platzes macht rund 95–97 % des Course Ratings und 93–97 % des Slope Ratings aus.
2. Hindernisse
Jedes Hindernis wird bewertet – jeweils separat für Scratch- und Bogey-Golfer:
- Bunker (Tiefe, Lage)
- Wasserhindernisse
- Fairwaybreite
- Grüns (Größe, Form, Neigung)
- Rough und Ausgrenzen
Die Schwierigkeit hängt unter anderem davon ab, wo sich ein Hindernis befindet.
Beispiel: Ein Bunker direkt in der üblichen Landezone wiegt schwerer als einer am Rand.
Warum zwei verschiedene Bewertungen?
Ein Hindernis wirkt auf unterschiedliche Spielstärken verschieden.
Beispiel:
- Ein Par-4 hat direkt nach dem Tee einen 150-Meterschlag über ein Wasser.
- Für einen Scratch-Golfer kein großes Problem → Bewertung: 5
- Für einen Bogey-Golfer sehr schwierig → Bewertung: 9
Scratch-Golfer werden mit ca. 210 m Carry + 20 m Roll kalkuliert, Bogey-Golfer mit ca. 165 m Carry + 20 m Roll.
Wie wird das Course Rating berechnet?
Effektive Spiellänge bestimmen
Nicht nur die nackte Distanz zählt, sondern auch:
- Höhenunterschiede (bergauf/bergab)
- Doglegs
- Windverhältnisse
- Forced Layups (erzwungene kürzere Schläge)
Beispiel:
Ein Loch mit 400 m Länge bergauf und gegen den Wind spielt sich „effektiv“ länger als 400 m bergab mit Rückenwind.
Formel für das Scratch-Yardage-Rating
Effektive Länge ÷ 220 + 40,9
→ Ein Platz mit 6.600 Yards ergibt:
6.600 ÷ 220 + 40,9 = 70,9
Hindernisfaktor addieren
Alle Hindernisse werden bewertet (0–10, Standard = 4).
Beispiel: Hinderniswertung 1,5 → 70,9 + 1,5 = Course Rating 72,4
Wie wird der Slope berechnet?
Bogey Rating bestimmen
Formel: Effektive Länge ÷ 160 + 50,7 → 6.600 ÷ 160 + 50,7 = 92,0
Dann Hindernisse für Bogey-Golfer bewerten → z. B. +5,3 → Bogey Rating = 97,3
Slope berechnen
Slope = (Bogey Rating – Course Rating) × 5,381
→ (97,3 – 72,4) × 5,381 ≈ 134
→ Ergebnis: Course Rating 72,4 / Slope 134




